ChiRunning

Im ChiRunning fließen zwei Ströme zusammen:
Das jahrtausendealte Wissen von T'ai Chi, der Mutter aller Kriegskünste und das biomechanische, physikalische Wissen der Neuzeit.

 

ChiRunning ist Laufen in der Balance: Der ganze Körper ist in Bewegung, nicht nur die Beine; die Beine tragen nicht die ganze Last wie beim Powerrunning (unter Powerrunning verstehen wir im Folgenden ein Laufen, das auf der Antriebskraft der Beinmuskulatur beruht).
Die Bewegung entsteht im Zentrum, der Core-Muskulatur (die tieferliegende Rumpfmuskulatur), und kann sich nur frei entfalten, wenn die äußeren Körperteile entspannt sind.
Vom T'ai Chi stammt die Erfahrung der „Nadel in Watte" (Needle in Cotton), wobei „Nadel" für die Körperachse steht, um die alles rotiert, und „Cotton" für die peripheren Anteile (Schultern, Arme; Hüften, Beine), die locker bleiben und in die das Chi einströmen kann.
Chi steht hier für die alles durchströmende Lebensenergie, die alles hervorbringt, selbst aber nicht messbar ist.

 

Um das Laufen in der Balance zu entwickeln, ist die Arbeit an der aufrechten, aber entspannten Haltung (der „Säule") zentral und nimmt in den ChiRunning-Workshops breiten Raum ein.

Weiterhin ist der ausgerichtete Körper im ChiRunning immer leicht vornüber geneigt, was die Schwerkraft dazu bewegt, uns nach vorne zu ziehen. Die Beine sind nur zur momentanen Unterstützung da, nicht zum Antrieb - ganz anders im Powerrunning, wo man sich mit der Kraft der Beine abstößt.
Hier nimmt Chirunning vom T'ai Chi die Idee auf, nicht gegen Kräfte anzugehen, sondern sie für sich zu nutzen: mit der aufrechten „Säule" aus der Körpermitte entspannt in die Schwerkraft nachgeben. „Running is just a controlled fall", wie Christopher McDougall in seinem schon zum Klassiker gewordenen Buch „Born to Run" feststellt.

 

Je schneller man läuft, umso wichtiger ist es, Muskeln und Gelenke zu entspannen, um die Beinmuskulatur zu schonen. Je besser dies gelingt (und dies zu üben, ist ein wichtiger Bestandteil), desto geringer ist der Energieaufwand, mit dem gelaufen wird, sprich: Ermüdung setzt deutlich später ein, Laktat fällt sehr viel weniger an. Und: Die Verletzungsgefahr nimmt entscheidend ab, ein Aspekt, der mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird.

Schnelligkeit ist im ChiRunning sehr gut zu erreichen, jedoch nachgeordnet der Verwirklichung von entspannter Körperhaltung: "FDS= Form, Distance, Speed", heißt das bei Danny Dreyer, also "Form, Streckenlänge, Tempo"; inzwischen gibt es ausgearbeitete Trainingspläne von 5km bis zur Marathondistanz.

 

Aus dem Gesagten wird schon deutlich, dass ChiRunning alte Mühsal entscheidend verringert, aber auch gelernt werden will. ChiRunning lernen bedeutet, einen allmählichen Umwandlungsprozess des eigenen Laufens in Angriff zu nehmen. Erfahrungsgemäß hilft aber bereits einiges vom Neugelernten, sich anders zu bewegen und eine neue Leichtigkeit zu spüren.

 

ChiRunning kann so gesehen als genussvolle körperliche Bewegung verstanden und ausgeübt werden, genauso aber auch als meditative Praxis, die im ChiLiving mündet.


Workshops und Termine

 

Videos und Fotos zu ChiRunning

 

 

Literatur

Das ChiRunning-Buch von Danny und Katherine Dreyer

ChiRunning - die sanfte Revolution der Laufschule
Dies ist das grundlegende Buch zum Erlernen der ChiRunning-Laufweise, hier in der überarbeiteten Version von 2009.
Pressemitteilung.pdf
PDF-Dokument [378.5 KB]

Kurze Einführung von Master Instructor Marion Meesters

Einführung in ChiRunning
Eine anschauliche Einführung der niederländischen ChiRunning Master Instructor Marion Meesters (mit Fotos)
ChiRunning Lauftechnik.pdf
PDF-Dokument [389.8 KB]